Die Kupplungsbetätigung leichtgängiger machen

Wer schon einmal Erfahrungen mit schwergängigen Kupplungen gemacht hat, der weiß, mit welcher Motivation die Automobilindustrie daran arbeitet, Lösungen zu finden, die realisierbar und zugleich wirtschaftlich sind. Ein solches Projekt ist jetzt in einer Kooperation vom Automobilzulieferer BOGE Elastmetall, dem Bachelor Studenten Jannis Finke sowie der Universität Hannover und dem Kompetenzzentrum LAB der Hochschule Osnabrück initiiert und umgesetzt worden.

Ziel sei es gewesen, die Reibungen in der Kupplungsbetätigung zu minimieren, erläutert 
Keit Wagener von der Produktlinie Kunststoff der BOGE Elastmetall. Da sei es einfach passend gewesen, dass Jannis Finke aus Hille bei Minden gerade ein Thema für seine Bachelorarbeit suchte. 

Mit Unterstützung des Bereichs Versuch bei BOGE Elastmetall hat er viele Untersuchungen vorgenommen, um herauszufinden, wo die Hauptverursacher der Reibungen sind. Seine Aufgabe war es, die Ergebnisse aus der Praxis und der theoretischen Simulation zusammenzuführen. Auf Grundlage der Gesamtergebnisse sollten dann Maßnahmen entwickelt werden, um die Störungen abzustellen. „Als die ersten `Übeltäter` gefunden waren, haben wir einen Prototypen aufgebaut, um daran die Optimierung bestätigen zu können“, so Keit Wagener.

An der Hochschule Osnabrück wurden zugleich Simulationsmodelle entwickelt, um die Störfaktoren rechnerisch zu benennen. Dabei ergab sich eine 25-prozentige Optimierungsmöglichkeit unter den machbaren Bedingungen. Ein überraschendes Ergebnis bei der in dieser Form bisher größten Untersuchung. Julian Weitkamp von der Hochschule Osnabrück zog dann auch ein positives Fazit: Das ist ein sehr spannendes Projekt mit interessanten Herausforderungen für uns, welches aufzeigt, dass sich Simulation und Praxis sehr gut ergänzen können.“

Eine Optimierung in dieser Größenordnung nehme der Fahrer als deutliche Steigerung des Fahrkomforts wahr, so Uwe Steinkamp von BOGE Elastmetall. Für die Hersteller eine sehr positive Nachricht, die dort auf entsprechende Resonanz gestoßen sei. Steinkamp äußerte sich lobend über die hervorragende Zusammenarbeit aller. Eine der größten Herausforderungen für alle seien die vielen Einflussfaktoren gewesen, die auf das Pedalwerk wirkten. „Eine tolle Teamleistung und natürlich hat Jannis Finke gezeigt, dass er als Student sehr praxisnah arbeiten kann und auch im direkten Kontakt mit dem Kunden präsentiert er sich sehr gut.“

Jannis Finke möchte nach dem Projekt sein Masterstudium in Hannover beginnen. Das Thema sei noch nicht ganz klar, werde aber eine ähnliche Ausrichtung haben. Vielleicht wieder bei BOGE Elastmetall. „Ich kann mir das Dammer Unternehmen auch sehr gut als künftigen Arbeitgeber vorstellen.“

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